Macht hoch die Tür ...

Und die Tore weit. So heißt es in einem Adventlied. Es wird dort auch beschrieben, für wen Tür und Tor geweitet wird: für den Herrn der Herrlichkeit, für den König. Klar, dass wir den einlassen, dass wir alles bestens vorbereiten und uns zurechtmachen. Ein König kommt nicht alle Tage.

Was aber, wenn auch all das andere stimmt, das über diesen König geschrieben steht. Dass sein Königreich von einer anderen Welt ist. Dass er uns im Geringsten selbst begegnet. Bei dem ist das Türenöffnen nämlich viel schwerer...

Wirklich? Ist es nicht vielmehr so, dass unsere Herzenstür aufgeht, wenn wir einem Menschen in die Augen schauen, der uns um Hilfe bittet? Sagt unsere innere Stimme nicht als allererstes ein "Ja"? Kommt das "es geht doch nicht" nicht erst einen Augenblick später? Nachgeschoben vom Kalkül der Unsicherheit, ins Ohr geflüstert von der Angst zu verlieren, die uns immer wieder zu Kleinherzigen macht.

Macht hoch die Tür und lasst sie offen, so müsste es heute wohl heißen. Folge dem ersten Impuls, ganz stur, lass dir von niemandem und nichts dreinreden und geh den Weg weiter. Bis zum Kind an der Krippe.